Montag, 16. August 2010

Am Anfang war das Wort...

Ich brauche dieses Blog, brauche einfach eine Stelle, an der ich mich so richtig ausko**en kann.

Ja, es gibt ein anderes Blog - ein Blog, das viel gelesen wird, vor allen Dingen von Leuten, die mich kennen. Und wenn man immer nur über heile Welt berichtet, kann man plötzlich nicht mehr zurück. Im Lauf der Zeit vertritt man eine Image, aus dem man nicht mehr raus kommt. Selbst Personen, die mich sehr gut kennen, würden nie auf die Idee kommen, was für Höllentage ich manchmal erleben muss - oder wie mein Ehegespons wirklich drauf sein kann. Ich sage bewußt nicht "ist", aber er kann!

Fakt: ich bin mit einem Alkoholiker verheiratet. Es ist meine zweite Ehe und die dauert nun annähernd 20 Jahre. Erst durch ihn habe ich überhaupt den Blick darauf, wieviele Säufer und solche, die extrem gefährdet sind, es überhaupt gibt. Dieses Problem stellte sich bei meinem EX nicht. Damit will ich allerdings nicht sagen, dass ich den zurückwünsche - wahrlich nicht! Der war auch süchtig - süchtig nach Frauen (ich bin mir nicht sicher, ob es nicht auch manchmal Männer waren - zumindest war der Verdacht nicht on der Hand zu weisen...). Alles, was nicht bei 3 auf dem Baum war, außer Igel und Bratpfannen, wurde flach gelegt. Doch das ist ein anderes Thema...

Saufen gehört offensichtlich zum guten Ton, zumindest wirkt der Gruppenzwang. Mein Begatterich gibt mir das Gefühl, in Gesellschaft, insbesondere von männlichen Gleichgesinnten, "nein" zum Alk sagen, wird gleichgesetzt mit dem Verlust der Eier. Dass für uns, die mit dieser Spezies leben müssen, das umgekehrte Szenario gilt, verneinen die Herren der Schöpfung genauso ungläubig wie vehement!

Und so verliere ich langsam jegliche Achtung vor meinem Mann - ich halte ihn für einen Schwächling, WEIL er nicht "nein" sagen kann.

Er hatte einen Vater, der immer betrunken war. Unter dieser Situation hat er als Kind sehr gelitten. Was ihn aber nicht daran gehindert hat, kaum dass er selber ne Flasche richtig halten konnte, diese auch zu leeren.

Ich weiß, ich weiß... warum bin ich überhaupt mit ihm zusammen. Nun, wenn man jemanden kennen lernt, insbesondere in einer lockeren Umgebung mit vielen Leuten und derjenige ist lustig und gut drauf, dann macht das Spaß. Und da ich bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Erfahrung mit Trinkern gemacht hatte, konnte ich die Situation natürlich auch nicht einschätzen. Ich wußte überhaupt nicht, auf was ich mich einließ und bin völlig blauäugig in dieses Szenario geschlittert.

Zwischenzeitlich bin ich gut 50 Jahre... ok, ich bin schon näher an 60... und da fällt es immer schwerer, die eingefahrenen Gleise zu verlassen und wieder in ein neues Leben aufzubrechen. Zu allem Unglück liebe ich dieses Musterexemplar von ganzem Herzen - zumindest den nüchternen Gemahl... Man hat sich zusammen was aufgebaut, hat Familie - mir fallen noch hunderte Ausreden ein, warum ich immer noch keine Konsequenzen ziehen kann und will. Und eines ist auf diesem ganzen Weg nie verloren gegangen, auch wenn sie oft verschüttet war: die Hoffnung. Es waren Jahre dabei, in denen sie absolut berechtigt war und um die ich froh bin, dass ich sie erlebt habe. Doch im Moment ist die Situation mal wieder total verfahren. Und eskaliert.

Doch darüber das nächste Mal mehr...

...sagt Knubbel

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